{"id":369,"date":"2020-10-01T05:08:42","date_gmt":"2020-10-01T03:08:42","guid":{"rendered":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/?p=369"},"modified":"2022-04-14T21:29:27","modified_gmt":"2022-04-14T19:29:27","slug":"voll-automatisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/voll-automatisch\/","title":{"rendered":"Voll automatisch"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zahlungen schneller abwickeln mit der Blockchain-Technik: Der Traktoren-Hersteller Lindner testet dies bereits.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcnftig k\u00f6nnen Bezahltransaktionen mittels der Blockchain-Technologie ohne Papierkram und Personalaufwand ablaufen. Das Startup Cash on Ledger hat einen voll automatisierten Zahlungsvorgang entwickelt, der den Maschineneinsatz direkt mit dem Finanzkreislauf verbindet. &#8222;Das Modell Pay per Use gibt es schon l\u00e4nger und ist besonders bei Gro\u00dfanlagen wie Turbinen und Druckanlagen im Einsatz. Der Kunde zahlt nur dann, wenn er die Maschine tats\u00e4chlich auch nutzt. Das Problem ist, dass der ganze Prozess derzeit nicht bis zum Ende digital abgebildet wird&#8220;, sagt Maximilian Forster, Gr\u00fcnder von Cash on Ledger.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau diesen Systembruch zum Finanzkreislauf beseitigt die K\u00f6lner IT-Firma mit der Datenkette und dem programmierbaren Euro. Abrechnung, Zahlung und Buchhaltung k\u00f6nnen fortan in den Gesamtprozess eingebunden werden. Statt vieler manueller Schritte l\u00e4uft ein sogenannter Machine-to-Machine-Bezahlvorgang. Die Transaktionen \u00fcber den Blockchain-Euro werden \u00fcber ein Firmenkonto im klassischen Finanzsystem verrechnet. &#8222;Anfang kommenden Jahres werden vermutlich die ersten Angebote der Banken mit dem digitalen Euro auf den Markt kommen. Derzeit wird die Software getestet, aus der dann die Bankprodukte f\u00fcr Unternehmen entwickelt werden&#8220;, sagt Professor Philipp Sandner, Leiter des Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance &amp; Management, der die Entwicklung des Gesch\u00e4ftsmodells wissenschaftlich begleitet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mitarbeiter<\/strong> f\u00fcr die Rechnungserteilung <em>braucht es nicht mehr<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p>In Deutschland arbeiten aktuell mehrere Banken aktiv an der Umsetzung, mit dabei sind die Commerzbank und die Landesbank Baden-W\u00fcrttemberg. Die Finanzwirtschaft vollzieht mit diesem Schritt den logischen Anschluss an die Industrie 4.0, in der die Produktionsanlagen und Maschinen vernetzt und in eine digitale Infrastruktur eingebunden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Praxis angekommen ist dies schon beim \u00f6sterreichischen Traktorenhersteller Lindner, einem Tiroler Familienbetrieb mit 82 Millionen Euro Umsatz. &#8222;Wir erhalten durch die Integration der Telematiksysteme unserer Traktoren bei Cash on Ledger v\u00f6llige Transparenz zu Einsatz und Kosten unserer Fahrzeuge. Wir sehen, wann der Traktor etwa mit M\u00e4hwerk auf den Wiesen f\u00e4hrt oder blo\u00df zum Transport genutzt wird, und k\u00f6nnen die Stundentarife entsprechend differenzieren&#8220;, sagt David Lindner, Marketingverantwortlicher bei Lindner Traktoren und Projektpartner von Cash on Ledger. Und so funktioniert die Innovation: Die Telemetrie-Einheiten der Nutzfahrzeuge sammeln Sensor-Signale und schicken diese Nutzungsdaten an Cash On Ledger. &#8222;Wir lesen die Datens\u00e4tze aus, sortieren sie nach dem gew\u00fcnschten Abrechnungsmodell, also bei Lindner nach Nutzungsart und Stunden, und erstellen eine Forderung sowie tagesaktuelle Rechnung&#8220;, sagt Serkan Katilmis, Co-Gr\u00fcnder von Cash On Ledger. Zeitgleich werde diese Abrechnung in das ERP-System des Maschinenbauers \u00fcbertragen. Statt einen Traktor f\u00fcr 100 000 Euro zu kaufen, der h\u00e4ufig unausgelastet auf dem Hof steht, kann eine Kommune zum Beispiel ein Nutzfahrzeug mit dem programmierbaren Euro mieten. Werden zehn Kilometer mit dem Traktor gefahren, um Streugut im Winter zu verteilen, kommt nach zehn Kilometern in Echtzeit die Rechnung und wird sofort verarbeitet. Inkludiert im Mietpreis der Lindner-Kunden ist die Versicherungspr\u00e4mie f\u00fcr die Nutzfahrzeuge, Betriebsmittel wie Treibstoff sind nicht dabei. Das Gesch\u00e4ftsmodell wurde mit der R+V Versicherung aufgesetzt, Fujitsu und Infineon sind IT-Partner.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Wunsch von Lindner kommt ein Prepaid-Verfahren zum Einsatz, die Kunden m\u00fcssen vor dem Start einen gewissen Eurobetrag \u00fcberweisen, \u00fcber den die Abrechnung erfolgt. Die Verst\u00e4ndigung zum Aufladen wird mittels Push-Notifikation an die Traktoren-Nutzer verschickt. Wird nicht gezahlt, kann die Maschine vom Netz genommen werden. &#8222;Das ist Prozess-integration wie im Bilderbuch und bringt h\u00f6here Qualit\u00e4t, schnellere Durchlaufzeiten und geringere Transaktionskosten&#8220;, beschreibt Sandner die Vorteile des digitalen Euros.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland liege bei der digitalen W\u00e4hrung mit mehreren Kooperationen weit vorne in Europa, so der Experte, die Cash On Ledger-Lindner Kooperation unter den Top drei von zehn Projekten dieser Art. &#8222;Die L\u00f6sung vereinfacht unser Gesch\u00e4fts-modell deutlich. Wir werden den Arbeitsaufwand f\u00fcr Vermietungen auf ein Drittel reduzieren k\u00f6nnen, was uns die M\u00f6glichkeit gibt, die Kapazit\u00e4ten zu erweitern&#8220;, sagt Lindner, der durch die Blockchain-Nutzung Kostensenkungen f\u00fcr seine Kunden anstrebt. Bislang standen in Kuchl von 1200 produzierten Traktoren und Transporter im Jahr lediglich 20 zur Vermietung bereit, der Verwaltungsaufwand besch\u00e4ftigte eine Vollzeitkraft. Mit der Systemvereinfachung durch die Blockchain steigt die Flotte nun auf 70 Fahrzeuge. Den Bereich will der Maschinenspezialist &#8211; aufgrund der hohen Nachfrage zu Mietmodellen in der Landwirtschaft &#8211; k\u00fcnftig st\u00e4rker forcieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Cash On Ledger bewirbt die Dienstleistung als zus\u00e4tzlichen Absatzkanal f\u00fcr gro\u00dfe Anlagen- und Maschinenbauer. &#8222;Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist eine nutzungsbasierte Abrechnung ein Modell, dass f\u00fcr alle Unternehmen interessant ist. Die hohen Anschaffungskosten von gut 150 Millionen Euro f\u00fcr eine Anlage m\u00fcssen erst einmal finanziert werden&#8220;, sagt Forster, der gemeinsam mit Partner Katilmis in der Unternehmensberatung digitale Transformationsprojekte verantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Kreditfinanzierung bindet zudem wichtiges Kapital \u00fcber Jahreund ob sich die Investition tats\u00e4chlich \u00fcberhaupt auch rentiert, ist unklar. Eine Mietoption schont die Eigenkapitalquote und die Kunden k\u00f6nnen immer mit den modernsten Anlagen arbeiten. Der monatliche Cashflow wird allerdings durch die Zahlungen belastet. Gegen\u00fcber der herk\u00f6mmlichen Leasingvariante bietet die nutzungsbasierte Abrechnung einen flexibleren Leistungsabruf und die langfristige Vertragsbindung entf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Hersteller erh\u00e4lt Lindner regelm\u00e4\u00dfige Mieteinnahmen f\u00fcr das Investitionsgut, das ohne Verkauf weiterhin in seiner Bilanz steht. &#8222;Cash on Ledger ist ein tolles Angebot f\u00fcr die Industrie. Der Ball liegt nun bei den Unternehmen, die daf\u00fcr geeignete Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln m\u00fcssen&#8220;, so Sandner. Bis sich das Konzept in der Breite etabliere, werde es allerdings noch Jahre dauern, so der Blockchain-Experte.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlungen schneller abwickeln mit der Blockchain-Technik: Der Traktoren-Hersteller Lindner testet dies bereits. K\u00fcnftig k\u00f6nnen Bezahltransaktionen mittels der Blockchain-Technologie ohne Papierkram und Personalaufwand ablaufen. 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