{"id":869,"date":"2022-04-05T13:12:25","date_gmt":"2022-04-05T11:12:25","guid":{"rendered":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/?post_type=insights&#038;p=869"},"modified":"2022-04-08T11:31:25","modified_gmt":"2022-04-08T09:31:25","slug":"der-zahlungsverkehr-der-zukunft-programmierbare-zahlungen-im-bereich-iot","status":"publish","type":"insights","link":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/ratgeber\/der-zahlungsverkehr-der-zukunft-programmierbare-zahlungen-im-bereich-iot\/","title":{"rendered":"Der Zahlungsverkehr der Zukunft: Programmierbare Zahlungen im Bereich IoT"},"content":{"rendered":"\n<p>Die deutsche Industrie wird zunehmend digitalisiert. Vor allem der Bereich des Internet of Things (IoT) verspricht revolution\u00e4re, neuartige Gesch\u00e4ftsmodelle, die sich positiv auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Industrie auswirken k\u00f6nnen. Hierbei wird auch die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) eine wichtige Rolle einnehmen. Um das volle Potenzial der Digitalisierung der Industrie auszusch\u00f6pfen, muss nun ebenfalls der komplette Zahlungsprozess optimiert und auf IoT-Payments abgestimmt werden, sodass auch Zahlungen in Zusammenhang mit diesen neuen Gesch\u00e4ftsmodellen effizient, automatisiert und in Echtzeit abgewickelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Limitationen des aktuellen SEPA-Zahlungssystems bietet eine Zahlungsabwicklung \u00fcber eine DLT eine solche Zahlungsl\u00f6sung an. Im Rahmen dieses Papers wird der Status quo f\u00fcr IoT-Payments analysiert und aufgezeigt, inwiefern die Industrie von innovativen Zahlungsm\u00f6glichkeiten \u2013 wie einem digitalen Euro der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) oder einer Triggerl\u00f6sung, die eine DLT und das konventionelle SEPA-System verbindet \u2013 profitiert. Dazu werden konkrete Anwendungsf\u00e4lle in den Bereichen Warenlogistik und Asset as a Service\/Pay per Use untersucht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Der Megatrend IoT<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die digitale Transformation der Wirtschaftsprozesse<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft schreitet mit rasantem Tempo voran Vor allem das Internet of Things (IoT) verspricht revolution\u00e4re Gesch\u00e4ftsmodelle, bei denen sich die europ\u00e4ische Industrie als Weltmarktf\u00fchrer positionieren kann.&nbsp; Hierbei bezeichnet der Begriff IoT die zunehmende Vernetzung von Maschinen und Ger\u00e4ten.&nbsp; Dabei werden diese Ger\u00e4te mit einer digitalen Identit\u00e4t ausgestattet, sodass sie miteinander kommunizieren und ohne menschliche Eingriffe autonom Prozesse ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Dieser Trend wird in der Zukunft immer mehr an Relevanz gewinnen. So soll <strong>bis zum Jahr 2025 die Gesamtzahl von IoT-Ger\u00e4ten auf 75 Milliarden ansteigen.<\/strong>\u00b9 Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Maschinen, Roboter, Sensoren oder sonstige digitale Gegenst\u00e4nde. Der Megatrend IoT wird in den kommenden Jahrzehnten die Industrie nachhaltig ver\u00e4ndern. Dabei stehen nicht nur die Optimierung und Vernetzung von Produktionsprozessen zur Effizienzsteigerung im Fokus, sondern auch eine vollumf\u00e4ngliche digitale Transformation, die neue, innovative Gesch\u00e4ftsmodelle erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der vernetzte Wandel der Industrie<\/h3>\n\n\n\n<p>Vernetzte Maschinen und Ger\u00e4te werden zuk\u00fcnftig miteinander interagieren und manuelle Handgriffe durch intelligente, automatisierte Prozesse ersetzen. Die vollen Potenziale dieser IoT-Ger\u00e4te in der Industrie lassen sich jedoch nur dann realisieren, wenn die gesamte End-to-End-Prozessstrecke \u2013 von der Leistungserbringung \u00fcber die Bereitstellung bis hin zur Zahlungsabwicklung \u2013 betrachtet wird. Auf diese Art und Weise k\u00f6nnen die Dienste eines IoT-Ger\u00e4ts und die entsprechende Zahlung sofort \u00fcber die gleiche Infrastruktur, m\u00f6glicherweise auf Basis eines Distributed Ledgers, durchgef\u00fchrt werden. <strong>Menschliche Interaktionen, wie beispielsweise eine Zahlungsausf\u00fchrung, unterbrechen derzeit jedoch den Prozess, f\u00fchren deshalb zu Systembr\u00fcchen<\/strong> und erm\u00f6glichen nur eine eingeschr\u00e4nkte Effizienzsteigerung. So sind heutige komplexe Wertsch\u00f6pfungsketten, wie ein internationales Handelsgesch\u00e4ft, typischerweise sehr papierlastig und analog. Wird jedoch das gesamte Potenzial der Vernetzung der IoT-Ger\u00e4te inklusive der Zahlungsausf\u00fchrung ausgesch\u00f6pft, entstehen neue Gesch\u00e4ftsmodelle. <strong>Bereits heute<\/strong> ist es nicht mehr notwendig, gewisse Produkte zu kaufen, zu mieten oder zu leasen. Stattdessen wird die tats\u00e4chliche Nutzung abgerechnet, was als <strong>Pay per Use <\/strong>bezeichnet wird (siehe Kapitel 4.2.).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zahlungsverkehr als wichtiger Baustein<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei genauer Betrachtung umgesetzter Pay-per-Use-Gesch\u00e4ftsmodelle und -Skizzen zuk\u00fcnftiger Ans\u00e4tze f\u00e4llt auf, dass die Integration des Zahlungsverkehrs oftmals eine besondere Herausforderung darstellt. So wird aktuell f\u00fcr das Ausl\u00f6sen von Zahlungsauftr\u00e4gen eine menschliche Interaktionben\u00f6tigt. Mit der Vernetzung von Maschinen steigen die Anforderungen an die Digitalisierung der Zahlungsverkehrsinfrastruktur erheblich. F\u00fcr eine <strong>vollumf\u00e4ngliche Potenzialaussch\u00f6pfung kann die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) genutzt werden<\/strong>. Mit der Hilfe von DLT lassen sich Prozesslogiken durch Smart Contracts automatisieren. Ziel muss es dabei sein, f\u00fcr die Industrie eine nahtlose, effiziente, sofortige und skalierbare Zahlungsausf\u00fchrung bereitzustellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Potenzialanalyse einer vernetzten Industrie<\/h3>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen untersucht das vorliegende Paper, welche L\u00f6sungen der aktuelle europ\u00e4ische Zahlungsverkehr f\u00fcr die Industrie zur Zahlungsabwicklung bereith\u00e4lt und welche Technologien zur gesamten Potenzialaussch\u00f6pfung von vernetzten Maschinen und Ger\u00e4ten ben\u00f6tigt werden. In Kapitel 2 wirdzun\u00e4chst erl\u00e4utert, wie Zahlungen heutzutage durchgef\u00fchrt werden. Zudem werden hiermit einhergehende Probleme sowie Ineffizienzen des derzeitigen Zahlungssystems thematisiert. In Kapitel 3 werden verschiedene DLT-basierte Zahlungsl\u00f6sungen erl\u00e4utert, die daf\u00fcr genutzt werden k\u00f6nnen, das volle Potenzial des IoT durch automatisierte IoT-basierte Zahlungen auszusch\u00f6pfen. Dazu z\u00e4hlen eine Br\u00fcckenl\u00f6sung,die das aktuelle (SEPA-)Zahlungssystem mit der DLT-Umgebungverkn\u00fcpft, tokenisiertes Giral- und E-Geld sowie eine digitale Zentralbankw\u00e4hrung. In Kapitel 4 werden exemplarische IoT-Anwendungsf\u00e4lle skizziert und diskutiert, die von DLT-basierten Zahlungsmitteln erheblich profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Zahlungsverkehr heute<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.1. Zahlungsverkehr als Transporteur von wert und Information<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zug-um-Zug-Gesch\u00e4fte<\/h3>\n\n\n\n<p>Beim Zahlungsverkehr geht es immer um zwei Dinge: Es sollen ein Wert \u00fcbertragen und zugleich eine Information transportiert werden. Das sind die klassischen Antworten auf die W-Fragen: wer, an wen, wieviel und warum? Bei Barzahlungen ist die Wert\u00fcbergabe offensichtlich. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Zug-um-ZugGesch\u00e4ft: Geld gegen Ware. Hier sind die insbesondere im gesch\u00e4ftlichen Umfeld n\u00f6tigen Informationen als Rechnung und Quittung ebenso physisch, also nicht digital, wie der \u00fcbertragene Wert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Digitale Zahlungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Daneben hat sich im sogenannten <strong>elektronischen Zahlungsverkehr<\/strong> schon lange eine digitale Alternative etabliert. Dabei werden die n\u00f6tigen Zahlungsinformationen durch den Austausch von definierten Formaten, meist XML nach <strong>ISO 20022<\/strong>, digital \u00fcbertragen. Der Filetransfer findet meist im <strong>Standard EBICS<\/strong> oder dem Onlinebanking entsprechenden FinTS-Standard statt. Auf die Pr\u00fcfung der digitalen Signatur des Filetransfer-Senders folgt der eigentliche Wert\u00fcbertrag durch Buchungen zwischen digital gef\u00fchrten Konten. Betreiber dieser Konten sind regulierte Banken, die \u00fcber sogenannte Clearing-H\u00e4user miteinander verbunden sind. Damit stellt eine Zahlung vom Zahler zum Zahlungsempf\u00e4nger eine Kette bilateraler Filetransfers und entsprechener Buchungen dar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.2. SEPA Zahlungsverkehr<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Akteure eines Zahlungsprozesses<\/h3>\n\n\n\n<p>Regulierung und Standardisierung haben dazu gef\u00fchrt, dass in Europa \u2013 genauer gesagt im Geltungsbereich des Europ\u00e4ischen Zahlungsraums, der Single Euro Payments Area (SEPA) \u2013 Zahlungen entsprechend dem in Abbildung 1 skizzierten Prozess abgewickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1559\" height=\"814\" src=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_SEPA_payments.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-356\" srcset=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_SEPA_payments.jpg 1559w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_SEPA_payments-300x157.jpg 300w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_SEPA_payments-1024x535.jpg 1024w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_SEPA_payments-768x401.jpg 768w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_SEPA_payments-1536x802.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1559px) 100vw, 1559px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Schematische Darstellung des Zahlungsverkehrsablaufs in der Single European Payment Area (SEPA). Zahlungen in Euro laufen in der Regel \u00fcber Clearing-H\u00e4user, ohne aufw\u00e4ndiges Korrespondenzbankverfahren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die wesentlichen bilateralen Beziehungen bestehen zwischen dem Zahler und seiner Bank auf der einen sowie zwischen Zahlungsempf\u00e4nger und dessen Bank auf der anderen Seite. Die Bank des Zahlers findet f\u00fcr die \u00dcbertragung der Informationen den Weg zur Bank des Zahlungsempf\u00e4ngers, einen sogenannten Clearing-Leitweg, also den Weg, den die Zahlung von der Bank des Zahlers bis zur Bank des Zahlungsempf\u00e4ngers nehmen soll. Der Leitweg wird bestimmt durch die W\u00e4hrung der Zahlung, der Art der Zahlung und der Erreichbarkeit der Empf\u00e4ngerbank. <strong>Euro-Zahlungen k\u00f6nnen oft in der SEPA \u00fcber Clearing-H\u00e4user abgewickelt werden<\/strong>, wohingegen bei anderen W\u00e4hrungen das sogenannte Korrespondenzbankverfahren zum Einsatz kommt. Ein Clearing-Haus ersetzt f\u00fcr alle angebundenen Banken die bilateralen Beziehungen und erm\u00f6glicht multilaterales Clearing.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Direkte und indirekte Teilnehmer am SEPA-Clearer<\/h3>\n\n\n\n<p>Unsere Betrachtung bleibt an dieser Stelle auf den SEPA-Zahlungsverkehr beschr\u00e4nkt. Die SEPA besteht aus einem Netzwerk von verschiedenen nationalen und paneurop\u00e4ischen Clearing-H\u00e4usern. Von indirekten Teilnehmern wird gesprochen, wenn eine Bank \u00fcber eine andere an das Clearing-Haus angebunden ist, beispielsweise Sparkassen \u00fcber ihre Landesbanken. Sonst handelt es sich um direkte Teilnehmer. Viele Banken in Deutschland sind an das Clearing-Haus der Deutschen Bundesbank,den SEPA-Clearer, angebunden und k\u00f6nnen so alle anderen SEPA-Banken erreichen, gegebenenfalls \u00fcber die Verbindung des SEPA-Clearers mit anderen Clearing-H\u00e4usern. Wie eine Bank in das <strong>SEPA-Netzwerk<\/strong> von direkten und indirekten Teilnehmern von Clearing-H\u00e4usern eingebunden ist, h\u00e4ngt von der Art und Gr\u00f6\u00dfe der Bank ab und ist hinsichtlich der Kosten f\u00fcr die <strong>Abwicklung optimiert<\/strong>. <strong>Normalerweise hat eine Bank nur einen Zugang zur SEPA<\/strong> und demzufolge nur Zugang zu einer Art des Settlements, wie die Wert\u00fcbertragung bezeichnet wird. Dieses Settlement kann auf den bilateralen Verrechnungskonten der Banken in Gesch\u00e4ftsbankengel erfolgen, zum Beispiel bei indirekter Teilnahme am SEPA-Clearer oder \u00fcber TARGET2-Gegenwertzahlungen in Zentralbankgeld. Letzteres ist bei bilateralen Bankbeziehungen der Fall, die nicht \u00fcber ein Clearing-Haus abgewickelt werden. Bei der Nutzung von Clearing-H\u00e4usern ist die Verrechnung in Zentralbankgeld via TARGET2 regulatorisch vorgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.3. Die Schw\u00e4chen des SEPA-Zahlungsverkehrs<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zahlungsabwicklung mit zeitlicher Verz\u00f6gerung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Verordnung besagt, dass von der Belastung des Kontos des Zahlers bis zur Gutschrift des Wertes auf dem Konto des Zahlungsempf\u00e4ngers nur ein (TARGET-)Gesch\u00e4ftstag vergehen darf. Die Bezahlung eines Nachnahmegesch\u00e4fts (payment-on-delivery) im klassischen SEPA-System birgt also immer ein Risiko. Entweder zahlt der Zahler, bevor er die Ware erh\u00e4lt, leistet also eine Vorauszahlung und riskiert, die Ware nicht zu erhalten, oder die Ware wird geliefert, aber nicht bezahlt. Hierf\u00fcr haben Systeme mit Zahlungsgarantien wie Sofort\u00fcberweisung oder SEPA-Lastschrift erweiterte, geb\u00fchrenpflichtige M\u00f6glichkeiten geschaffen, die als Workaround das Risiko eines Nichterhalts der Ware minimieren, aber nicht ausschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zahlungsabwicklung innerhalb von Sekunden<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu diesen geb\u00fchrenpflichtigen Optionen geh\u00f6ren auch Echtzeit-\u00dcberweisungen, die rund um die Uhr verf\u00fcgbar sind. In weniger als zehn Sekunden wird nicht nur die Information (wie bei einer Zahlungsgarantie), sondern auch der Wert selbst europaweit \u00fcbertragen, so dass der Zahlungsempf\u00e4nger sofort \u00fcber das erhaltene Geld verf\u00fcgen kann. Damit ist eine Nachnahmetransaktion genauso m\u00f6glich wie ein Bargeldgesch\u00e4ft, nur in digitaler Form. Leider sind noch nicht alle Finanzinstitute \u00fcber dieses Verfahren erreichbar, weshalb die Verbreitung derzeit noch begrenzt ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehlende Standards f\u00fcr eine automatisierte Zahlungsabwicklung<\/h3>\n\n\n\n<p>Im SEPA-Format wird sowohl der Empf\u00e4nger als auch der Absender immer mit IBAN angesprochen. Universell einsetzbare Kommunikationsmittel wie E-Mail oder Mobiltelefonnummern sind derzeit noch nicht m\u00f6glich. F\u00fcr den maschinellen Zahlungsverkehr fehlt es noch an geeigneten Standards, die eine durchg\u00e4ngig automatisierte Verarbeitung unter Einhaltung aller regulatorischen Anforderungen erm\u00f6glichen. Dies liegt u.a. daran, dass heute autorisierte Personen Zahlungen im Rahmen einer Zwei-Faktor-Authentifizierung autorisieren m\u00fcssen. Vor allem im gesch\u00e4ftlichen Umfeld wird h\u00e4ufig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zus\u00e4tzliche Felder f\u00fcr Zahlungsinformationen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6glichkeiten zur \u00dcbertragung von Informationen sind mit SEPA im Vergleich zu vorherigen nationalen Zahlungsverfahren verbessert worden. Allerdings hat auch SEPA den \u00fcblichen Medienbruch zwischen Rechnungsdaten und Verwendungszweck noch nichtgel\u00f6st, was den automatischen Abgleich der eingehenden Zahlungen gegen offene Rechnungen beim Zahlungsempf\u00e4nger erschwert. \u00dcblich ist die Verwendung des sogenannten unstrukturierten Verwendungszwecks \u2013 also 140 Zeichen Freitext \u2013 was die Erkennung von Rechnungsnummer, Kundennummer und \u00e4hnlichen Angaben im entsprechenden Datenfeld nur \u00fcber passende Algorithmen beim Import des Kontoauszugs in das ERP-System des Zahlungsempf\u00e4ngers erlaubt. Hier sind <strong>strukturierte Verwendungszwecke, also dedizierte Felder <\/strong>f\u00fcr n\u00f6tige Informationen, nicht durchg\u00e4ngig m\u00f6glich. Diese w\u00e4ren <strong>im gesch\u00e4ftlichen Umfeld<\/strong> insbesondere bei einer Zusammenfassung von mehreren Rechnungen in einer Zahlung<strong> hilfreich, da<\/strong> die strukturierten Angaben solcher <strong>Daten <\/strong><strong>maschinenlesbar standardisiert \u00fcbertragen w\u00fcrden<\/strong>. Derartige Zusammenfassungen werden vorgenommen, um Kosten wie Transaktionsgeb\u00fchren zu sparen. Zudem ist die H\u00f6he dieser Geb\u00fchren auch ein Grund daf\u00fcr, dass Zahlungen im Cent-Bereich \u2013 sogenannte Micropayments \u2013 nicht wirtschaftlich sind. Noch kleinere Werteinheiten lassen sich mit SEPA gar nicht \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Next Generation: M\u00f6glichkeiten durch den programmierbaren Zahlungsverkehr<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.1. Die zwei Arten des digitalen Euros<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Definition \u00f6ffentlicher digitaler Euro<\/h3>\n\n\n\n<p>Um Prozesseffizienzen zu erh\u00f6hen und die im vorherigen Kapitel beschriebenen Limitationen des SEPA-Systems zu adressieren, ist die Schaffung eines innovativen europ\u00e4ischen Geldsystems unerl\u00e4sslich. So k\u00f6nnte beispielsweise die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) eine&nbsp; digitale Zentralbankw\u00e4hrung (engl. Central Bank Digital Currency, CBDC) \u2013 h\u00e4ufig auch als \u201e\u00f6ffentlicher digitaler Euro\u201c bezeichnet \u2013 emittieren. Da die EZB hierbei als Emittent auftritt, handelt es sich bei einer solchen CBDC, anders als bei Giralgeld, das \u00fcber SEPA transferiert wird, um Zentralbankgeld, das hei\u00dft der CBDC-Halter h\u00e4lt eine Forderung gegen\u00fcber der Zentralbank. Bislang handelt es sich bei einerCBDC lediglich um ein theoretisches Konzept: Die EZB hat sich noch nicht darauf festgelegt, ob tats\u00e4chlich eine CBDC emittiert wird. Sollte sie sich daf\u00fcr entscheiden, d\u00fcrfte es noch mindestens f\u00fcnf Jahre dauern, bis das digitale Geld den privaten und institutionellen Endkunden zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Privater digitaler Euro<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben dem \u00f6ffentlichen digitalen Euro arbeiten E-Geld-Institute, Banken, und teilweise auch nicht regulierte Akteure derzeit an einem sogenannten privaten digitalen Euro (siehe Abbildung 2) \u2013 h\u00e4ufig als DLT-basierter Euro bezeichnet. Ein DLT-basierter Euro erm\u00f6glicht es, programmierbare Zahlungen durchzuf\u00fchren\u2074, die besonders im Bereich IoT von st\u00e4rkerer Relevanz sind. Konkret lassen sich Zahlungsvorg\u00e4nge spezifizieren, die einer bestimmten Logik folgen und automatisiert und vor allem ohne menschliches Zutun abgewickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1566\" height=\"822\" src=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Taxonomy_digital_euro.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-349\" srcset=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Taxonomy_digital_euro.jpg 1566w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Taxonomy_digital_euro-300x157.jpg 300w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Taxonomy_digital_euro-1024x538.jpg 1024w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Taxonomy_digital_euro-768x403.jpg 768w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Taxonomy_digital_euro-1536x806.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1566px) 100vw, 1566px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>\u00dcbersicht \u00fcber die unterschiedlichen Emittierungsformen des digitalen Euros. Neben dem \u00f6\ufb00entlichen digitalen Euro arbeiten Banken, E-Geld-Institute und teilweise auch nicht-regulierte Akteure derzeit an einem sogenannten privaten digitalen Euro.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der private digitale Euro und IoT-Payments<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr einen IoT-Use-Case sind Pay-per-Use-Prozesse. Wird beispielsweise eine Maschine \u00fcber eine bestimmte Zeit genutzt, k\u00f6nnte sie basierend auf Maschinendaten, zum Beispiel zur Wartung oder Auslastung, automatisch eine Zahlung mit dem DLT-basierten Euro ausl\u00f6sen \u2013 ganz ohne menschliches Zutun. Aus diesem Grund versprechen programmierbare Zahlungen enormes Automatisierungspotenzial. Zwar gibt es heute bereits teilweise programmierbare Zahlungen, wie etwa Dauerauftr\u00e4ge oder Termin\u00fcberweisungen. Allerdings ist die Flexibilit\u00e4t hierbei bislang extrem begrenzt. Um das volle Potenzial von programmierbaren Zahlungen auszusch\u00f6pfen, kann eine DLT genutzt werden. In wenigen Zeilen Programmcode k\u00f6nnen selbst komplexe Gesch\u00e4ftslogiken durch Smart Contracts relativ einfach umgesetzt werden. Zudem sind durch die Nutzung von DLT digitale Zug-um-Zug-Gesch\u00e4fte m\u00f6glich. So kann \u00fcber einen Smart Contract spezifiziert werden, dass die Zahlung einer Ware nur dann durchgef\u00fchrt wird, wenn beispielsweise die Ware auch versendet wurde. Auf diese Art und Weise lassen sich erhebliche Effizienzgewinne und geringere Kontrahentenrisikenrealisieren. Erste programmierbare eurobasierte Zahlungen sind bereits verf\u00fcgbar und erm\u00f6glichen deshalb schon heute die Umsetzung von Micropayments und darauf aufbauende Gesch\u00e4ftsmodelle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.2. Die Triggerl\u00f6sung f\u00fcr programmierbare Zahlungen<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Triggerl\u00f6sung f\u00fcr IoT-Payments<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine sogenannte Triggerl\u00f6sung, auch Br\u00fcckenl\u00f6sung genannt, bezeichnet eine technologische Verbindung, in diesem Fall zwischen dem SEPA-System und einer DLT-basierten Anwendung. Dieser Trigger erm\u00f6glicht es, eine Zahlung im konventionellen Zahlungsverkehr auszul\u00f6sen, indem sie die entsprechenden Transaktionsinformationen weitergibt. \u00dcber das DLT-System werden zwei Infrastrukturen miteinander verbunden: das DLT-System, \u00fcber das Leistung und Datenkommunikation erfolgen, und das konventionelle SEPA-System, \u00fcber das die Zahlung erfolgt. Abbildung 3 illustriert die Triggerl\u00f6sung und zeigt das Zusammenspiel beider Systeme. Wohingegen das DLT-System vor allembei der Identit\u00e4t der Maschine und der Interaktion mit dem Besitzer eine Rolle spielt, ist das SEPA-System erforderlich, sobald sich Zahlungsauftr\u00e4ge als Ergebnis der Interaktion ergeben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mit Triggerl\u00f6sung keine optimale Delivery-versus-Payment-Funktion (DvP) umsetzbar<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Vorteil einer solchen L\u00f6sung besteht darin, dass keine speziellen neuartigen, tokenisierten, also DLT-basierten Geldeinheiten zur Verwendung in der DLT-Umgebung geschaffen werden m\u00fcssen. Eine solche L\u00f6sung ist deswegen auch relativ unkompliziert und kurzfristig um- und einsetzbar. Ein Nachteil ist hierbei allerdings, dass keine optimale DvP zur Durchf\u00fchrung von Zug-um-Zug-Gesch\u00e4ften implementierbar ist, Die erstellten Token repr\u00e4sentieren lediglich eine Forderung gegen\u00fcber der Bank und sind an eine nachgelagerte SEPA-\u00dcberweisung gekn\u00fcpft. Aus diesem Grund entsteht f\u00fcr kurze Zeit eine Asymmetrie, da der Konten- und\/oder Kreditrahmen von der Bank erst gepr\u00fcft werden muss. Nach erfolgreicher Pr\u00fcfung wird ein DLT-basierter Token mit der Wertgutschrift, also einem Zahlungsversprechen erstellt, welcher dann dem Zahlungsempf\u00e4nger zur Verf\u00fcgung steht. Bei Einl\u00f6sung dieses Tokens wird dieser technischzerst\u00f6rt und l\u00f6st simultan eine SEPA-Transaktion aus, bankabh\u00e4ngig auch in Echtzeit. Somit l\u00e4sst sich zwar technisch eine DvP-Funktion abbilden, die Zug-um-Zug-Gesch\u00e4fte m\u00f6glich macht. Diese sorgt aber erst zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt f\u00fcr die \u00dcberweisung der Geldbetr\u00e4ge. Vor allem in DLT-Umgebungen stellt dies eine besondere Herausforderung dar, da sogenannte Atomic Transaction Settlements f\u00fcr die volle Besitz\u00fcbergabe der digitalen Assets notwendig sind. Der Begriff beschreibt in diesem Zusammenhang die vollst\u00e4ndige und unumkehrbare Transaktionsabwicklung und \u00dcbergabe der Assets.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1566\" height=\"952\" src=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Trigger_Solution.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-352\" srcset=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Trigger_Solution.jpg 1566w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Trigger_Solution-300x182.jpg 300w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Trigger_Solution-1024x623.jpg 1024w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Trigger_Solution-768x467.jpg 768w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Trigger_Solution-1536x934.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1566px) 100vw, 1566px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Die Triggerl\u00f6sung ist eine technologische Verbindung zwischen dem SEPA-System und einer DLT-basierten Anwendung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">DLT als gemeinsame dezentrale Plattform<\/h3>\n\n\n\n<p>DLT-Umgebungen sind vor allem dann notwendig, wenn Maschinezu-Maschine-Zahlungen, IoT-Zahlungen, automatisierte Zahlungen und \/ oder Pay-per-Use-Zahlungen ausgef\u00fchrt werden sollen. Aufgrund der grunds\u00e4tzlich automatischen Ausf\u00fchrung von Zahlungen im IoT-Umfeld auf Basis von Maschinen- und \/ oder Sensordaten istdie Datenintegrit\u00e4t ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Umsetzung. Entsprechend eignet sich die Nutzung von DLT aufgrund ihres Charakters als Single Source of Truth (SSOT), also einer technischen, automatischen Notarfunktion zwischen allen beteiligten Parteien. Daneben werden mittels der SSOT-Funktion f\u00fcr die Maschinen auch Identit\u00e4ten vergeben. Das ist zwingend notwendig, um bei einem autonomen Zahlungsverkehr Transaktionen nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Das SEPA-System ist gegenw\u00e4rtig nicht in der Lage, diese notwendige SSOT-Funktion in den Zahlungsvorgang zu integrieren. Ohne SSOT und ohne eindeutige Zuordnung der IoT-Ger\u00e4te mittels einer Maschinenidentit\u00e4t sind keine automatischen Zahlungen realisierbar. Zwar lassen sich programmierbare Zahlungen geringerer Komplexit\u00e4t mithilfe von Dauerauftr\u00e4gen oder Lastschriftverfahren durchf\u00fchren, jedoch sto\u00dfen diese Instrumente f\u00fcr automatisierte und nicht diskretion\u00e4re (regelgebundene) Anwendungsf\u00e4lle zunehmend an ihre Grenzen. Die derzeitigen \u00dcberweisungsformen sind auf 27 Zeichen laut Homebanking-Computer-Interface-Spezifikation (HBCI) begrenzt und k\u00f6nnen nur monatliche \u00dcberweisungen ausl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Komplexit\u00e4t der Abrechnung<\/h3>\n\n\n\n<p>Durch die Triggerl\u00f6sung wird der klassische Zahlungsverkehr erstmalsprogrammierbar und funktioniert durch die nahtlose Integration von Zahlungsverkehr und Sensordaten ohne Systembr\u00fcche. Durch den hohen Grad der Automatisierung l\u00e4sst sich die Effizienz von heutzutage h\u00e4ufig noch manuellen Prozessen steigern. Die Programmierbarkeit des Zahlungsstroms l\u00e4sst auch Abrechnungsmodelle nach unterschiedlichen Metriken und beliebiger Komplexit\u00e4t zu, wie unter anderem Betriebsstunden, Kilometer oder Gewicht. Dadurch sind auch datengetriebene Gesch\u00e4ftsmodelle vollumf\u00e4nglich und automatisiert abwickelbar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorreiter der Triggerl\u00f6sung<\/h3>\n\n\n\n<p>Derzeit arbeiten einige Banken in Europa an der Ausf\u00fchrung von Zahlungen \u00fcber DLT-Netzwerke. Hierbei k\u00f6nnen oben skizzierte Triggerl\u00f6sungen zum Einsatz kommen, die programmierbare Zahlungen auf DLT abbilden und diese \u00fcber die bestehenden Zahlungsverkehrssystemeausl\u00f6sen und ausf\u00fchren. In dem Umfeld ist unter anderem CashOnLedger gemeinsam mit der Landesbank Baden-W\u00fcrttemberg (LBBW) im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft aktiv, um die Vorteile der DLT f\u00fcr Unternetmen nutzbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Triggerl\u00f6sung als erster Schritt<\/h3>\n\n\n\n<p>Da die Triggerl\u00f6sung eine zus\u00e4tzliche Komponente im bestehenden Zahlungsverkehr darstellt, gelten neben der m\u00f6glichen Programmierbarkeit von Zahlungen grunds\u00e4tzlich die gleichen Limitationen wie im bisherigen Zahlungsverkehr. Die \u00dcberweisung von Kleinstbetr\u00e4gen ist \u00f6konomisch weiterhin nicht effizient umsetzbar und somit auch nicht der Use Case von Streaming Money. Dabei soll w\u00e4hrend des Konsumierens beziehungsweise Nutzens von Inhalten diese Verwertung in Form von Kleinstbetr\u00e4gen abgerechnet werden. Man k\u00f6nnte hier lediglich mit Schwellenwerten arbeiten und \u00dcberweisungen ab einem gewissen Wert automatisch veranlassen. Des Weiteren erhalten Maschinen auch bei der Triggerl\u00f6sung keine Identit\u00e4t, was die Ausl\u00f6sung einer Zahlung ungemein erschwert. Beschr\u00e4nkungen wie etwa die Zwei-Faktor-Authentifizierung als regulatorische H\u00fcrde existieren in diesem Zusammenhang also weiterhin. F\u00fcr die Praxis bedeutet dies konkret, dass eine Maschine oder ein IoT-Ger\u00e4t noch nicht selbstst\u00e4ndig abrechnen und den Betrag vom Konto abbuchen kann. Daf\u00fcr wird die Best\u00e4tigung des Nutzers als Zwischenschritt ben\u00f6tigt. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glicht nur ein direkt auf DLT emittierter Euro-Token ein Echtzeit-Settlement von Zahlungen, da die W\u00e4hrung nativ in die Plattform eingebunden w\u00e4re. Bei der Triggerl\u00f6sung liegt die Dauer f\u00fcr eine Transaktionsdurchf\u00fchrung etwa bei der \u00fcblichen SEPA-Abwicklungsdauer von bis zu einem Tag. Wenn allerdings direkt ein Euro-Token ohne Medienbruch \u00fcber die DLT anstatt \u00fcber das SEPA-System emittiert wird, erfolgen die Transaktionsdurchf\u00fchrung und die Abwicklung in Echtzeit. In einem solchen Fall st\u00fcnde die Liquidit\u00e4t dem Zahlungsempf\u00e4nger sofort zur Verf\u00fcgung und Drittparteien wie etwa Clearing-H\u00e4user w\u00fcrden nicht mehr ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.3. Alternativen zur Triggerl\u00f6sung<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Native DLT-basierte Zahlungsmittel<\/h3>\n\n\n\n<p>Die im letzten Absatz beschriebenen Limitationen der Triggerl\u00f6sung lassen sich durch die im Folgenden beschriebenen nativen DLTbasierten Zahlungsmittel adressieren. Damit sind im Gegensatz zur Triggerl\u00f6sung native DvP, Micropayments, Streaming Money und die Integration von Maschinen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stablecoins und tokenisiertes E-Geld<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Stablecoins handelt es sich um DLT-basierte Token, welche einen stabilen Verm\u00f6gensgegenstand nachbilden. So kann etwa der Euro als Token auf einem DLT-System zum Einsatz kommen. Das DLT-System \u00fcbernimmt dabei die Rolle der Tr\u00e4gerplattform, der Token die Rolle einer Werteinheit. Der Hauptunterschied zur Triggerl\u00f6sung besteht darin, dass die Zahlung nicht \u00fcber das SEPA-System, sondern \u00fcber die DLT abgewickelt wird. Auf diese Art und Weise kann der Systembruchzur Zahlungsabwicklung vermieden werden. Bislang gibt es erste Projektef\u00fcr eurobasierte Stablecoins, allerdings sind auf US-Dollar basierende Stablecoins im Hinblick auf Gr\u00f6\u00dfe und Anwendungsbreite bei weitem \u00fcberlegen. Die Regulierung von Euro-Stablecoins ist \u2013 Stand heute \u2013 nicht existent, soll aber durch die geplante EU-Regulierung \u201eMarkets in Crypto-Assets\u201c \u2013 kurz MiCA \u2013 geschaffen werden. In diesem Fall w\u00fcrde f\u00fcr derartige Token die E-Geld-Richtlinie greifen, sodass Stablecoins als tokenisiertes E-Geld bezeichnet werden k\u00f6nnen. Derzeit haben unregulierte Euro-Stablecoins ein erhebliches Gegenparteirisiko. Dies ist einer der Gr\u00fcnde, warum Stablecoins bisher kaum zum Einsatz kommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Tokenisiertes Giralgeld<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben Euro-Stablecoins besteht zudem die M\u00f6glichkeit, dass Banken Giralgeld auf DLT-Systemen emittieren k\u00f6nnten. Der wesentliche Unterschied zu den zuvor diskutierten Euro-Stablecoins beziehungsweise tokenisiertem E-Geld ist, dass Stablecoins im Rahmen des E-Geld-Regimes eine hundertprozentige Deckung erfordern w\u00fcrden,beispielsweise durch&nbsp; Giralgeld. W\u00fcrden etwa E-Geld-Token im Wert von 100 Euro emittiert werden, so m\u00fcssten exakt 100 Euro als Deckung hinterlegt werden. Im Gegensatz dazu ist bei tokenisiertem Giralgeld keine vollst\u00e4ndige Deckung erforderlich. Dadurch k\u00f6nnen Banken weiterhin Geld sch\u00f6pfen \u2013 nur eben auf einer DLT.Ein derart bereitgestellter digitaler Euro lie\u00dfe sich ebenfalls f\u00fcr programmierbare Anwendungen verwenden. Die Realisierung einer solchen L\u00f6sung wird derzeit von zahlreichen Banken konzeptionell untersucht, w\u00e4re aber aufgrund der notwendigen Standardisierungsma\u00dfnahmen zur Gew\u00e4hrleistung der Interbankeninteroperabilit\u00e4t \u00e4u\u00dferst komplex. Zudem gibt es derzeit auf europ\u00e4ischer Ebene keine Bestrebungen zur kurz- bis mittelfristigen Umsetzung einer solchen L\u00f6sung. Allerdings ist auch tokenisiertes E-Geld mit einem signifikanten Nachteil verbunden, der sich negativ auf die Verbreitung auswirkt. Aufgrund der Deckung von E-Geld mit Giralgeld ist tokenisiertes E-Geld nicht multibankf\u00e4hig, weist also aufgrund seiner eingeschr\u00e4nkten Fungibilit\u00e4t je nach Emittenten ein unterschiedliches Risiko auf. Folglich ist man durch die Emission von E-Geld an eine Institution gebunden, was zur Folge hat, dass Zahlungssender wie auch Zahlungsempf\u00e4nger Kunden bei derselben Institution sein m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Digitale Zentralbankw\u00e4hrungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben Akteuren des Privatsektors wie Banken und E-Geld-Institute, k\u00f6nnte auch die Zentralbank DLT-basiertes Geld ausgeben. Im Fall der Eurozone w\u00e4re dies der \u00f6ffentliche digitale Euro. Derzeit hat die EZB noch keine Entscheidung getroffen, ob sie tats\u00e4chlich einen digitalen Euro emittieren w\u00fcrde. Auch bleibt fraglich \u2013 und derzeit sogar unwahrscheinlich \u2013, ob ein digitaler Euro auf DLT-Basis implementiert werden w\u00fcrde. Allerdings w\u00fcrde nur ein DLT-basierter digitaler Euro die Limitationen in Bezug auf Micropayments, Streaming Money und Integration von Maschinen in den Zahlungsprozess aufl\u00f6sen. Aufgrund dieser Unsicherheiten erscheinen tokenisiertes E-Geld und tokenisiertes Gesch\u00e4ftsbankengeld kurz- bis mittelfristig die vielversprechendsten L\u00f6sungen f\u00fcrIoT-Zahlungen zu sein, wobei die kurzfristige Realisierung von tokenisiertem E-Geld aufgrund der in schon ein bis zwei Jahren in Kraft tretenden MiCA-Regulierung derzeit wesentlich wahrscheinlicher erscheint.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Gesch\u00e4ftsmodelle der Zukunft auf<br>Basis programmierbarer Zahlungen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anwendungsf\u00e4lle von IoT-Payments<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit programmierbaren Zahlungsverkehrsl\u00f6sungen sind verschiedene Anwendungsf\u00e4lle von IoT-Payments vorstellbar. In diesem Kapitel werden zwei konkrete Anwendungsf\u00e4lle erl\u00e4utert: ein automatisierter Zahlungsprozess anhand einer Warenlieferung und ein Asset-as-a-Service- beziehungsweise Pay-per-Use-Szenario am Beispiel der Finanzierungen von Maschinen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.1. Anwendungsfall 1: automatisierte Zahlungsprozesse in der Warenlogistik<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fehlende Synchronisation von Zahlungs- und Warenfluss<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Warenlogistik sind die Geldfl\u00fcsse im Vergleich zu den Warenfl\u00fcssen h\u00e4ufig zeitlich weder synchronisiert noch automatisiert. Die Transaktionsabwicklung nimmt zumeist mehrere Tage in Anspruch. Zudem ist die Warenlogistik heutzutage noch sehr dokumentenlastig: Es werden Lieferscheine, Frachtpapiere, Zollpapiere und Rechnungenzwischen den Parteien ausgetauscht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Effiziente Gestaltung der Zahlungsprozesse entlang der gesamten Lieferkette<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit IoT k\u00f6nnen intelligente und untereinander vernetzte Sensoren, Roboter und Maschinen selbstst\u00e4ndig und ohne menschlichen Eingriff bestimmte Prozesse ausf\u00fchren. Maschinen k\u00f6nnen mit Wallets ausgestattet werden, welche mit einem bestimmten Budget an digitalem Euro aufgeladen werden. In Verbindung mit \u00fcber eine DLT implementierten Smart Contracts k\u00f6nnten Maschinen Zahlungen automatisch ausl\u00f6sen, sobald bestimmte Bedingungen erf\u00fcllt sind, wie zum Beispiel das Eintreffen der Ware sowie deren Vollst\u00e4ndigkeit und M\u00e4ngelfreiheit. Diese Bedingungen k\u00f6nnen alle Parteien im Vorfeld in einem DLT-Protokoll festlegen.<br>Mit selbstzahlenden Maschinen w\u00e4re der folgende Anwendungsfall einer Warenlieferung, wie in Abbildung 4 dargestellt, realisierbar.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1569\" height=\"900\" src=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Efficient_payment_process.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-358\" srcset=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Efficient_payment_process.jpg 1569w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Efficient_payment_process-300x172.jpg 300w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Efficient_payment_process-1024x587.jpg 1024w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Efficient_payment_process-768x441.jpg 768w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Efficient_payment_process-1536x881.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1569px) 100vw, 1569px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>In Verbindung mit \u00fcber eine DLT implementierten Smart Contracts k\u00f6nnten Maschinen Zahlungen automatisch ausl\u00f6sen, sobald bestimmte Bedingungen erf\u00fcllt sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der K\u00e4ufer hat beim Lieferanten Ware bestellt. Eine intelligente Maschine des Lieferanten l\u00f6st den Warenversand aus. Diese bringt eine Art Token, wie zum Beispiel einen QR-Code, an der Ware an. Dieser Token kann verschiedene Daten, aber auch Zahlungsinformationen enthalten. Der Token wird beispielsweise von der Maschine auf einer DLT-Plattform registriert. Damit sind alle Beteiligten der Warenlogistik \u00fcber den aktuellen Stand des Auftrags informiert.<\/li><li>Auf dem Versandweg legt die Ware mehrere Zwischenstationen ein. In den jeweiligen Zwischenstationen und beim Warenempf\u00e4nger pr\u00fcfen intelligente Maschinen die Ware \u00fcber den angebrachten Token. Bei einem Versand<br>aus dem Ausland k\u00f6nntedie erste Zwischenstation beim Zoll oder der Hafenbeh\u00f6rde sein. Beim Zoll pr\u00fcft eine Maschine die Ware und ermittelt automatisch anhand des Gewichts, des Umfangs und der Herkunft die f\u00e4lligen Zollgeb\u00fchren. Die Maschine der Zollbeh\u00f6rde sendet die ermittelten Daten zur Bestimmung der Zollgeb\u00fchren an eine Maschine des Lieferanten. Die Maschine des Lieferanten \u00fcbernimmt dann nach Eintreffen der Informationen<br>das automatische Bezahlen der Zollgeb\u00fchren.<\/li><li>Sobald die Ware beim Empf\u00e4nger angekommen ist, wird die Ware \u00fcber den Token von einer Maschine registriert. Ein Scanner pr\u00fcft die Ware auf Vollst\u00e4ndigkeit und M\u00e4ngel. Werden Unstimmigkeiten oder M\u00e4ngel festgestellt,<br>erfolgt eine entsprechende Information an den Lieferanten, gegebenenfalls begleitet von Foto oder Scan der Besch\u00e4digungen. Automatisch k\u00f6nnten bestimmte Rabatte einbezogen oder ein Neuversand der Ware ausgel\u00f6st werden. Fallen alle Pr\u00fcfungen dagegen positiv aus, l\u00f6st die Maschine des Empf\u00e4ngers \u00fcber ihre Wallet die Bezahlung aus. Die Maschinen erhalten auf ihren Wallets die jeweiligen Best\u00e4tigungen der ausgef\u00fchrten Transaktionen. Der K\u00e4ufer und der Lieferant k\u00f6nnten diese Best\u00e4tigungen ebenfalls erhalten, zum Beispiel \u00fcber eine Appin Form strukturierter Datens\u00e4tze f\u00fcr die Buchhaltung oder in Form einer Rechnung zum Download.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Langfristig wird ein DLT-basierter Euro ben\u00f6tigt<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine Realisierung dieses Anwendungsfalls sind alle in Kapitel 3 beschriebenen L\u00f6sungen einsetzbar. Kurzfristig w\u00e4re eine Triggerl\u00f6sung mit der Kombination aus SEPA-Zahlungsverkehrssystem und DLT-System umsetzbar. Die Triggerl\u00f6sung stellt jedoch nur eine technische Br\u00fcckenl\u00f6sung dar, da der konventionelle Zahlungsverkehr um DLT-basierte Anwendungen erg\u00e4nzt wird. Die derzeitigen Limitationen des SEPA-Zahlungsverkehrs, wie die Freigabe durch einen Menschen im Rahmen der Zwei-Faktor-Authentifizierung, bleiben weiterhin bestehen. Damit wird noch keine vollst\u00e4ndige Automatisierung der Prozesse erreicht, die in Zukunft aber erforderlich sein wird. Der DLT-basierte Euro w\u00e4re aus diesem Grund die zu bevorzugende mittel- bis langfristige L\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.2. Anwendungsfall 2: Asset as a Service \/ Pay per Use<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Capex-to-Opex als Wachstumstreiber<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Anwendungsfall ist Asset as a Service am Beispiel der Maschinenfinanzierung. Pay per Use ist hier die Abrechnungsmodalit\u00e4t, bei der Kosten f\u00fcr Maschinen nach effektiver Nutzung berechnet werden. Bisher sind die Finanzierungsformen f\u00fcr den Erwerb einer Maschine relativ starr und bieten f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Unternehmen und Kunden nicht die notwendige finanzielle Flexibilit\u00e4t. Das klassische (Operating) Leasing bindet Firmen \u00fcber eine fixe Laufzeit an eine Maschine, unabh\u00e4ngig von deren<br>Auslastung. Ein Kauf via Finanzierung bindet das Kapital des Kunden meist \u00fcber mehrere Jahre oder Jahrzehnte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Asset-as-a-Service-Modelle<\/h3>\n\n\n\n<p>Asset-as-a-Service-Modelle als Alternative sind eine Weiterentwicklung des heutigen \u201eOperating Leasings\u201c. Der Kunde zahlt nun prim\u00e4r nachder Nutzung einer Maschine, nicht aber nach deren Besitz. Auch die Mietzeitr\u00e4ume werden dadurch verk\u00fcrzt und k\u00f6nnen sich auf die gew\u00fcnschten Projektlaufzeiten beschr\u00e4nken. Dadurch entfallen langfristige Verpflichtungen und das nutzende Unternehmen beh\u00e4lt eine h\u00f6here finanzielle Flexibilit\u00e4t. Allerdings tr\u00e4gt der Hersteller jetzt das Risiko der Auslastung und Profitabilit\u00e4t seiner Maschinen, da das Eigentum an diesen nicht auf den Kunden \u00fcbergeht. Der Hersteller muss nun darauf vertrauen, dass sein Endkunde die notwendige Auslastung der Maschine generiert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Kooperationen<\/h3>\n\n\n\n<p>Zum Ausgleich dieses Risikos kann der Hersteller nun mit Finanzdienstleistern partnerschaftlich neue Wege gehen, anstelle wie bisher Kredite zu vergeben und damit das Fremdkapital zu erh\u00f6hen. Eine potenzielle L\u00f6sung kann hierbei der Verkauf der Maschinen an den Finanzdienstleister sein, der diese wiederum vermietet. Die Instandhaltung \u00fcbernimmt der Hersteller, da so im Fall eines sp\u00e4teren Verkaufs auf dem Sekund\u00e4rmarkt der h\u00f6chstm\u00f6gliche Restwert erzielt werden kann. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik und des Potenzials ist diese Option f\u00fcr Verm\u00f6gensverwalter und Banken durchaus attraktiv.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Kombination Finanzdienstleistung und Technologie<\/h3>\n\n\n\n<p>Um das volle Potenzial der Vermietung des Assets auszusch\u00f6pfen, ist es zus\u00e4tzlich notwendig, anstelle eines Pauschalbetrags die verschiedenen Nutzungsarten und die Auslastungen der Fahrzeuge und Maschinen f\u00fcr die Abrechnung zu ber\u00fccksichtigen. So kann beispielsweise bei Landmaschinen zwischen Leicht- und Schwerlastnutzung der Fahrzeugeunterschieden werden \u2013 je nach Einsatzgebiet und Auslastung. Plakativ w\u00e4ren hier die augenf\u00e4lligen Unterschiede zwischen schwerem Waldeinsatz und leichteren Transportfahrten zu nennen. Derartige Einsatzszenarien generieren nicht nur einen h\u00f6herenGewinn, sondern helfen auch bei der Kalkulation des Restwerts auf Basis der entstandenen Abnutzungsprofile. Die notwendigen Schritte und technischen Schnittstellen zeigt Abbildung 5. Im ersten Schritt m\u00fcssen die Fahrzeuge oder Maschinen entsprechende Telemetriedaten bereitstellen, die diese dann in eine Cloud \u00fcbertragen. Danach findet, basierend auf diesen Maschinendaten, eine Berechnung der Auslastung statt. Die l\u00e4sst auch R\u00fcckschl\u00fcsse hinsichtlich des Produktlebenszyklus zu. Der dritte Schritt betrifft schlie\u00dflich den effektiven Rechnungsausgleich mittels einer Zahlung.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1569\" height=\"913\" src=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Asset_as_a_service.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-354\" srcset=\"https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Asset_as_a_service.jpg 1569w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Asset_as_a_service-300x175.jpg 300w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Asset_as_a_service-1024x596.jpg 1024w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Asset_as_a_service-768x447.jpg 768w, https:\/\/cash-on-ledger.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/COL_DE_Asset_as_a_service-1536x894.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1569px) 100vw, 1569px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Anhand der vorhandenen Nutzungsdaten l\u00e4sst sich der Produktlebenszyklus ableiten und sich damit auch der Restwert am Ende der Mietdauer einer Maschine bestimmen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Programmierbare Zahlungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese erweiterte Komplexit\u00e4tsstufe macht einen R\u00fcckgriff auf programmierbare Zahlungen notwendig. F\u00fcr neue Gesch\u00e4ftsmodelle werden nicht nur programmierf\u00e4hige Zahlungsstr\u00f6me ben\u00f6tigt, sondern auch die notwendige technische Infrastruktur zu deren vollumf\u00e4nglichen Nutzung auf Seiten der Industrie. Solche Zahlungen<br>lassen sich nur dann ausl\u00f6sen, wenn eine entsprechende Abrechnungslogik vordefiniert ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Asset as a Service: neues Erfolgsmodell Leasing 2.0<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Erfolg von Asset-as-a-Service-Modellen h\u00e4ngt also ma\u00dfgeblich von der Zusammenarbeit von Finanzdienstleistern und Industrie ab. Ohne die nahtlose Integration dieser beiden Welten werden sich kaum neue, digitale Gesch\u00e4ftsmodelle auf Basis der IoT-Daten umsetzen lassen. Heutige Zahlungsverkehrssysteme haben gewisse Limitationen und Anforderungen, die nur manuelle Prozesse l\u00f6sen k\u00f6nnen. Beispielsweise verhindert die Zwei-Faktor-Authentifizierung, dass eine Maschine selbstst\u00e4ndig und unabh\u00e4ngig bezahlt. Der Besitzer oder Benutzer muss<br>eine Transaktion freigeben. Auch wenn dieses Sicherheitsmerkmal seine Berechtigung hat, sind hier neue Ans\u00e4tze<br>notwendig, wenn Maschinenzahlungen skalierbar umsetzbar sein sollen. Des Weiteren m\u00fcssen f\u00fcr eine Skalierung durch Automatisierung die im heutigen Zahlungsverkehr vorhandenen Systembr\u00fcche \u00fcberwunden werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Fazit<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der digitale Euro der EZB wird kommen<\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist anzunehmen, dass die EZB den \u00f6ffentlichen digitalen Euro ausgeben wird, allerdings nicht vor 2026. Zudem ist unklar, in welcher exakten Form die EZB den digitalen Euro bereitstellen wird. Dennoch wird es den digitalen Euro auf DLT-Basis schon vorher geben, und zwar von den Finanzinstituten des Privatsektors. Bereits ab 2021 werden erste Banken in Deutschland ihren Kunden L\u00f6sungen anbieten, mit denen der digitale Euro auf DLT-Basis durch Smart Contracts transferiert werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eurobasierte Smart Contracts<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Nutzen eurobasierter Smart Contracts ist klar erkennbar, um Gesch\u00e4ftsprozesse zu automatisieren, Durchlaufzeiten von Prozessen signifikant zu erh\u00f6hen, Bezahlvorg\u00e4nge zu vereinfachen und IoT- Zahlungen von Maschinen oder anderen Ger\u00e4ten zu erm\u00f6glichen. Dies wird nun ab 2021 m\u00f6glich sein, wenn \u2013 in verschiedenen Varianten \u2013 L\u00f6sungen geschaffen werden, wie Smart Contracts eurobasierte Zahlungen ausf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Triggerl\u00f6sung und E-Geld-Token<\/h3>\n\n\n\n<p>Kurzfristig wird die Triggerl\u00f6sung programmierbare Zahlungen erm\u00f6glichen. Dabei werden DLT-Netzwerke mit der existierenden IBAN-Konteninfrastruktur verbunden. Das Ergebnis: Der Euro ist dann f\u00fcr Smart Contracts zug\u00e4nglich, auch wenn er eigentlich in der herk\u00f6mmlichen IBAN-Infrastruktur verbleibt. Eine andere Alternative ist das tokenisierte E-Geld. Hierbei wird ein Euro-Token \u2013 reguliert durch die E-Geld-Bestimmungen \u2013 emittiert, welcher dann direkt auf<br>einem DLT-Netzwerk transferiert werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2021 ist der Startschuss f\u00fcr die Anwendung des digitalen euros<\/h3>\n\n\n\n<p>2021 wird der Startschuss sein, damit sich Unternehmen aus diversen Bereichen \u2013 zum Beispiel Produktion, Logistik und Medizintechnik \u2013 mit neuartigen Gesch\u00e4ftsmodellen und automatisierten Gesch\u00e4ftsprozessen besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen. Wichtige Industriebereiche Deutschlands und Europas, wie Industrie 4.0, Supply Chain Management und Future Mobility, werden signifikant von dem DLT-basierten digitalen Euro profitieren, weil vor allem B2B-Gesch\u00e4ftsmodelle und unternehmens\u00fcbergreifende B2B-Prozesse m\u00f6glich werden, die bis heute unm\u00f6glich erschienen<br>oder von Ineffizientengepr\u00e4gt waren. Der digitale DLT-basierte Euro wird zur digitalen Transformation dieser Bereiche beitragen und neue Gesch\u00e4ftsmodelle erm\u00f6glichen. Mehr noch: Die digitale Transformation wird in diesen Bereichen sogar durch den digitalen Euro beschleunigt und teilweise auch erst erm\u00f6glicht. F\u00fcr Unternehmen in den oben genannten Bereichen ist es daher wichtig, sich mit dem digitalen Euro und den sich daraus ergebenden<br>M\u00f6glichkeiten wieprogrammierbaren Zahlungen zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b9 <em>Studie PPI: Internet of Payments, 2020, <a href=\"https:\/\/www.ppi.de\/payments\/next-generation-payments\/studie-internet-of-payments\/\">www.ppi.de\/studie-iop<\/a> (Zugriff am 26.05.2021).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u2074 <em>F\u00fcr mehr Informationen zu programmierbaren Zahlungen, siehe: <a href=\"https:\/\/philippsandner.medium.com\/programmable-money-and-programmable-payments-8038ed8fa714\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/philippsandner.medium.com\/programmable-money-and-programmable-payments-8038ed8fa714<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"featured_media":872,"template":"","meta":{"inline_featured_image":false},"kategorie_insights":[29],"class_list":["post-869","insights","type-insights","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","kategorie_insights-iot-zahlungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/insights\/869","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/insights"}],"about":[{"href":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/insights"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"kategorie_insights","embeddable":true,"href":"https:\/\/cash-on-ledger.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kategorie_insights?post=869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}